Bauchladen (Header mit Logo)

Ab Sofort begleite ich euch wieder im Wochenbett, bitte meldet euch frühzeitig unter folgender Nummer : 06509686293, ich freue mich auf euch. Alles Liebe


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Weil ihr mir am Herzen liegt

Lebten wir vor Jahrtausenden noch in Großfamilien bzw. Gruppen oder Clans, finden wir uns heute immer mehr und mehr in kleinsten Familienkonstellationen wieder. Während nur noch wenige Menschen ein Leben lang an ein und demselben Fleck wohnen, reist die Mehrheit der Menschen umher und lässt sich mal hier und mal da nieder. Menschen ziehen aufs Land, um ungestört  in Ruhe und mit möglichst wenigen Nachbarn zu wohnen. Menschen leben in der Stadt, um die Anonymität einer Stadt zu nutzen und Nachbarn werden in den wenigsten Fällen zu Bekannten oder Freunden.

Wir ziehen uns immer mehr zurück und leben unser Leben immer mehr in unserer kleinen Welt mit einer überschaubaren Anzahl an Personen.

Unser Leben unterzieht sich einem ständigen Wechsel und wir passen uns zu jeder Zeit immer wieder neu an. Jede/r gestaltet das eigene Leben nach den eigene Wünschen, Vorstellungen und Möglichkeiten.

Selten lernen wir aber noch von unseren Eltern oder Großeltern (egal ob leiblich oder gewählt), wie man Holz verarbeitet, wie man kaputte Dinge repariert oder wie das Stillen von Neugeborenen funktioniert. Konnten wir dies früher durch reine Beobachtung lernen und verinnerlichen, müssen wir uns heutzutage ExpertInnen zu Hilfe holen, die diese Dinge übernehmen.

Wir können uns TischlerInnen leisten, ExpertInnen für Elektrik, Installationen, Elektronik organisieren, nur das Stillen und Gebären, das können wir nicht aus der Hand geben (bzw. ist das Ammenwesen in unserer Zeit so gut wie gar nicht aktiv). Genau aus diesem Grund brauchen wir in diesem Bereich auch Frauen (auch Männer),  die diese Dinge noch können, die wissen worauf zu achten ist, wie man Probleme abwendet, bevor sie entstehen und wie man sich aus Problemsituationen wieder heraus rettet. Es geht dabei nicht um ein frontal lehrerhaftes- Belehren und Beibringen, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe.

Immer wieder lese ich in den unterschiedlichsten FB-Foren von Alleingeburten, von Frauen, die in ihrem Wochenbett zwei Tage nach der Geburt wieder die ganze Familie schmeißen, von Frauen, die früh abstillen wegen fehlender Stillunterstützung und so weiter und so fort.

Es tut mir im Herzen weh, dass Hebammen immer wieder als störend bei Geburten, zu forsch im Wochenbett oder zu stillbesessen, beschrieben werden. So wie es viele verschiedene  Frauen gibt, die Kinder bekommen, gibt es ebenso unterschiedlichste Hebammen. Nicht jede Hebamme passt zu jeder Frau und umgekehrt. Wichtig ist, sich deswegen eine Absage  der Begleitung beidseits vorbehalten zu dürfen.

Die meisten Frauen in unserer Zeit haben, wenn sie noch kein Kind selbst geboren haben, auch noch keine Geburt (außer ihrer eigenen) miterlebt. Gesehen, wie Frauen sich unter der Geburt gebärden, aktiv erlebt, was zur Linderung der Wehenkraft getan werden kann, was Anzeichen für Abweichungen von der Physiologie sind (muss nicht heißen, dass schon ein Notfall passiert) und welche Möglichkeiten man hat, diese Abweichungen wieder ins Lot zu bringen. (Auf persönliche Arbeitsweisen von Einzelnen möchte ich hier nicht weiter eingehen)

Wir Hebammen haben dies gelernt.

Wir haben mehrere hundert Geburten gesehen, begleitet und unterstützt. Wir Hebammen können durch das Abtasten des Bauches feststellen, wo sich der Rücken des Kindes befindet und ob es optimal ins Becken findet. Wir Hebammen können bei einer vaginalen Untersuchung nicht nur feststellen wie weit der Muttermund geöffnet ist (dies können manche Frauen auch selbst unter der Geburt), sondern wir ertasten die (große oder kleine) Fontanelle und Pfeilnaht des Kindes und können so genaue Aussagen über die Haltung des Kindes im Becken der Mutter geben. All diese Informationen vereinen wir dann in Lagerungsmöglichkeiten der Frauen, um dem Kind zu helfen, besser durchs Becken zu finden. Unter der Geburt macht es einen Unterschied, ob die Frau immer wieder in die tiefe Hocke geht, nur in der linken Seitenlage liegt oder ob sie sogar in extreme Seitenlage (Sims-Lage)  gehen sollte. All diese Lagerungsmöglichkeiten können wir den Frauen anbieten, um die Lage ihres Kindes im Bauch zu optimieren, auch unter der Geburt. Wir Hebammen haben gelernt mit Notfällen umzugehen, können in Sekunden Infusionen richten und Notfallmedikamente verabreichen. Wir Hebammen  können leichte Geburtsverletzungen einschätzen und beurteilen, ob diese versorgt werden müssen oder nicht. Wir Hebammen haben gelernt, diese zu versorgen (zu nähen). Wir Hebammen interpretieren die Herztöne des Ungeborenen und bemerken, wenn das Kind vermehrtem Stress ausgesetzt ist und handeln dann regulierend. Wir Hebammen  zeigen Frauen, wie man eine pralle, knotige Brust ausmassiert, um einen Milchstau zu verhindern, wenn das Kind gerade nicht trinken möchte. Wir Hebammen unterstützen Frauen beim Abstillen zu jedem Zeitpunkt nach der Geburt, wenn dies gewünscht ist.  Wir beurteilen die  Rückbildung der Gebärmutter, um so ein gesundes Wochenbett und auch eine gesunde Gebärmutter für folgende Schwangerschaften zu gewährleisten. Wir Hebammen begleiten auch Frauen mit Vorerkrankungen kompetent durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Wir Hebammen beurteilen und beobachten die  Gelbsucht des Neugeborenen, das Gewicht, den Nabel und den Allgemeinzustand. Wir Hebammen geben Aufklärungsunterricht an Schulen für Buben und Mädchen. Wir Hebammen unterstützen bei Kinderwunsch oder  in der Auswahl und Anwendung von Verhütungsmethoden. Wir Hebammen geben Kurse (Geburtsvorbereitung, Bewegungskurse wie Schwangerschaftsgymnastik , Yoga oder Rückbildung) mit didaktischem Aufbau. Wir Hebammen erkennen Wochenbettdepressionen und leiten weiter an andere Fachpersonen. Wir Hebammen  trocknen Tränen und schenken Bauchmassagen. Wir Hebammen vernetzen uns untereinander, um Frauen (Paare, Familien)bestmöglich zu betreuen. Wir Hebammen arbeiten mit Laboren, GynäkologInnen, Krankenhäusern, Apotheken und Sanitätshäusern zusammen. Wir Hebammen erheben unsere Stimme für euch und stecken böse Blicke von abgewiesenen Verwandten ein, damit alle genug Ruhe bekommen. Wir Hebammen gehen auf die  Wünsche der Frauen (Paare, Familien) ein und unterstützen sie in unseren Möglichkeiten. Wir Hebammen klären Frauen (Paare, Familien) über die steigende Eigenverantwortung auf, wenn individuelle Entscheidungen getroffen werden müssen.  Wir Hebammen unterstützen dabei, dass sich Frauen (Paare, Familien) informiert entscheiden können. Wir Hebammen begleiten, ohne zu werten, auf dem individuell gewähltem Weg, informieren über Vor-und Nachteile.

Ich liebe meinen Beruf. Auch wenn die Rufbereitschaft manchmal anstrengend ist, man manchmal viel Kraft und Energie bei Hausbesuchen lässt, würde ich mir doch immer wieder im Leben selbst eine/n ExpertIn wünschen, die mir durch eine  Zeit des Umbruchs der Neuorientierung hilft und mich informiert.- Das sind Hebammen für mich in der Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes.

Ihr lieben Frauen (Paare, Familien) da draußen, ich bin Hebamme, weil ihr mir in jeder eurer Lebenslagen  am Herzen liegt.